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Heizkörper austauschen: Die richtigen Typen und Schritt-für-Schritt-Installation im Bestand
  • Von Jana Müller
  • 20/02/26
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Wenn du einen alten Heizkörper austauschst, geht es nicht nur darum, ein kaputtes Teil zu ersetzen. Es geht darum, deine Heizung effizienter, komfortabler und zukunftssicher zu machen. Besonders in älteren Gebäuden ist der Austausch von Heizkörpern eine der effektivsten Maßnahmen, um Energie zu sparen - ohne große Bauten oder teure Sanierungen. Doch welcher Heizkörper passt zu deiner Anlage? Und wie machst du das richtig, ohne das ganze System lahmzulegen?

Warum Heizkörper austauschen? Nicht nur wegen Alter

Viele denken, Heizkörper werden nur ersetzt, wenn sie lecken oder nicht mehr warm werden. Das ist nur die halbe Wahrheit. Ein alter Heizkörper kann zwar noch funktionieren, aber er verbraucht unnötig viel Energie. Ein 20-Jahre-alter Stahlheizkörper hat oft eine deutlich geringere Wärmeabgabe als ein moderner Plattenheizkörper. Das bedeutet: Dein Kessel läuft länger, die Heizkosten steigen, und du hast trotzdem kalte Ecken im Zimmer.

Besonders wenn du auf eine Wärmepumpe umstellst, ist der Austausch von Heizkörpern fast zwingend. Wärmepumpen arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen - meist zwischen 35 und 45 Grad Celsius. Alte Heizkörper sind dafür zu klein ausgelegt. Sie brauchen mindestens 60-70 Grad, um den Raum zu heizen. Ohne neue, größere oder effizientere Heizkörper läuft deine Wärmepumpe ständig auf Vollast - und das kostet Geld.

Welche Heizkörper-Typen gibt es für Bestandsgebäude?

Nicht jeder Heizkörper passt überall. Die Wahl hängt von Raumgröße, Fensterlage, Isolierung und sogar von deinem Stil ab. Hier die gängigsten Typen für bestehende Wohnungen und Häuser:

  • Horizontaler Heizkörper: Der Klassiker. Passt unter Fenster, ist gut für Standardräume. Meist aus Stahl, mit 2-3 Platten und Konvektoren.
  • Vertikaler Heizkörper: Ideal für kleine Räume oder wenn du Platz unter dem Fenster brauchst. Lässt sich gut als Designelement einsetzen.
  • Plattenheizkörper: Moderne, flache Heizkörper mit hoher Wärmeleistung. Perfekt für Wärmepumpen, da sie bei niedrigen Temperaturen noch effektiv arbeiten.
  • Unterfenster-Heizkörper: Speziell für Fensterzonen konzipiert. Kühle Luft von den Fenstern wird direkt aufgeheizt - verhindert Zugluft.
  • Design-Heizkörper: Mit Spiegel, Holzverkleidung oder Farbgebung. Funktioniert wie ein normaler Heizkörper, aber sieht aus wie Möbelstück.
  • Kombi-Heizkörper: Haben zwei separate Heizkreise. Zum Beispiel: einer für Winter, einer für Übergangszeiten. Sinnvoll, wenn du z. B. eine Fußbodenheizung hast und nur ergänzend heizen willst.

Wichtig: Die Wärmeleistung (in Watt) muss zum Raum passen. Ein zu kleiner Heizkörper reicht nicht, ein zu großer verschwendet Energie. Die Faustregel: Für gut isolierte Räume brauchst du etwa 40-50 Watt pro Quadratmeter. Bei schlechter Isolierung (z. B. Altbau ohne Dämmung) sind 60-80 Watt nötig. Die genaue Berechnung macht ein Heizungsfachmann - aber du kannst sie selbst grob abschätzen.

Die entscheidende Messung: Nabenabstand und Rohrabstände

Bevor du einen neuen Heizkörper kaufst, musst du zwei Dinge genau messen: den Nabenabstand und die Rohrabstände.

Der Nabenabstand ist der Abstand zwischen den beiden Anschlüssen an der Rückseite des Heizkörpers - also da, wo die Rohre reinpassen. Er wird nicht einfach von der Gesamthöhe abgeleitet. Die Formel ist einfach: Nabenabstand = Heizkörperhöhe - 55 mm. Wenn dein alter Heizkörper 120 cm hoch war, dann ist der Nabenabstand 114,5 cm. Das ist die Maßzahl, die du beim Kauf angeben musst.

Dann misst du den Abstand zwischen den beiden Wandanschlüssen. Diese Rohre führen vom Heizkreislauf zum Heizkörper. Wenn du den neuen Heizkörper nicht exakt auf diese Abstände anpassen kannst, musst du die Rohre umlegen - und das kostet Zeit und Geld. Deshalb: Kaufe einen Heizkörper mit exakt passendem Nabenabstand. Wenn du dich unsicher bist, nimm den alten Heizkörper mit in den Laden.

Schrittweise Installation eines neuen Heizkörpers: Entfernen, Montieren und Entlüften in einem Wohnzimmer mit warmem Licht.

So entfernst du den alten Heizkörper - sicher und sauber

Bevor du loslegst: Schalte das ganze Heizsystem komplett ab. Nicht nur den Thermostat. Die Heizungspumpe, den Kessel, alles. Dann:

  1. Schließe die Absperrventile am Vorlauf- und Rücklaufrohr. Diese liegen meist an der Wand oder in der Heizungsleitung.
  2. Öffne das Entlüftungsventil am Heizkörper, um Druck abzulassen.
  3. Entleere das System über das Entleerungsventil am Kessel oder am Boden.
  4. Stelle einen Eimer oder eine Wanne unter den Heizkörper - Wasser läuft immer noch nach.
  5. Dreh den Thermostatkopf ab, falls du ihn nicht weiterverwenden willst.
  6. Lege Malerfolie auf den Boden. Heizungswasser ist schmutzig und kann Teppiche ruinieren.

Dann: Zwei Leute brauchst du. Ein Heizkörper wiegt zwischen 15 und 40 kg - und ist schwer und unhandlich. Ziehe ihn vorsichtig von den Halterungen. Die alten Befestigungen sind oft verrostet. Mit einem Schraubenzieher und einem Ratschenschlüssel löst du die Muttern an den Rohren. Danach nimmst du die alten Halterungen ab. Sie sind meist mit Schrauben an der Wand befestigt - und oft zu kaputt, um wiederverwendet zu werden.

Neuen Heizkörper installieren: Schritt für Schritt

Jetzt kommt der neue Heizkörper. Zuerst:

  1. Markiere die Position der neuen Halterungen mit einem Bleistift. Achte darauf, dass du keine Elektroleitungen oder Wasserrohre in der Wand triffst. Ein Ortungssuchgerät hilft hier.
  2. Bohre mit einem Akkuschrauber die Löcher für die Dübel. Nutze mindestens 6 mm Bohrer.
  3. Setze die Dübel ein und schraube die neuen Halterungen fest. Verwende ein Wasserwaage - der Heizkörper muss waagerecht sitzen. Auch wenn er unter dem Fenster ist: Kein Schiefstand!
  4. Hänge den neuen Heizkörper auf. Er sollte 10 cm Abstand nach oben und unten haben. Sonst stört die Luftzirkulation, und die Wärme bleibt unten stecken.

Jetzt die Verbindungen:

  1. Verwende die mitgelieferten Anschlussstücke. Meist sind das Eckventile mit Gewinde.
  2. Wickle PTFE-Dichtband (Teflonband) oder verwende Dichtpaste um das Gewinde. Das verhindert Undichtigkeiten.
  3. Schraube das obere Ventil (Vorlauf) und das untere Ventil (Rücklauf) fest. Nutze einen Stufenschlüssel oder einen Rohrschlüssel - nicht den normalen Schraubenschlüssel, sonst zerbrichst du das Gewinde.
  4. Schraube den Thermostatkopf auf. Manche stecken rein, andere drehen sich fest. Lies die Anleitung.

Entlüften und Druck anpassen - das vergessen fast alle

Nach der Installation ist der Heizkörper noch nicht fertig. Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Entlüften.

Luft im System blockiert die Wärme. Deshalb:

  1. Öffne das Entlüftungsventil am Heizkörper mit einem speziellen Schlüssel oder einem Schraubenzieher.
  2. Warte, bis Wasser herauskommt - nicht nur Luft. Dann schließe sofort.
  3. Gehe zum höchsten Heizkörper im Haus - meist im Obergeschoss - und entlüfte auch den.
  4. Prüfe den Systemdruck am Kessel. Er sollte zwischen 1,5 und 2,0 bar liegen. Zu niedrig? Fülle Wasser nach über das Füllventil. Zu hoch? Lasse etwas ab.

Erst danach schaltest du die Heizung wieder ein. Warte 10 Minuten, dann prüfe wieder: Keine Tropfen? Alles trocken? Dann hast du es geschafft.

Modernes Heizkörperdesign in einem alten Gebäude, das Wärme abgibt, während ein verrosteter alter Heizkörper am Boden liegt.

Was du unbedingt beachten solltest

  • Isolierung ist entscheidend: Wenn dein Haus schlecht gedämmt ist, bringt ein perfekter Heizkörper nichts. Er muss mehr leisten - und das kostet mehr Energie. Überlege, ob du Dämmung nachträglich einbauen kannst.
  • Heizkörpergröße nicht überschätzen: Ein zu großer Heizkörper führt zu Überhitzung, unangenehmen Luftströmen und höheren Kosten.
  • Thermostat richtig einstellen: Ein programmierbarer Thermostat spart bis zu 20 % Heizkosten. Nutze die Absenkung in der Nacht oder bei Abwesenheit.
  • Alten Heizkörper entsorgen: Ein einzelner Heizkörper kannst du zum Wertstoffhof bringen. Bei mehreren: Container mieten. Heizkörper enthalten oft Metalle, die recycelt werden können.

Wann solltest du einen Fachmann holen?

Du kannst den Heizkörper selbst austauschen - wenn du handwerklich geschickt bist. Aber du solltest einen Fachmann einladen, wenn:

  • Du unsicher bist, ob dein System für eine Wärmepumpe geeignet ist.
  • Du Rohrleitungen verlegen oder umstellen musst.
  • Du den Heizungskessel oder die Pumpe nicht sicher abschalten kannst.
  • Du eine Zentralsteuerung oder Smart-Home-Anbindung planst.

Ein Heizungsinstallateur prüft auch, ob dein neuer Heizkörper mit deiner gesamten Anlage kompatibel ist - nicht nur mit den Rohren. Das spart dir später Ärger, Reparaturen und unnötige Kosten.

Was kommt als Nächstes?

Wenn du einen Heizkörper ausgetauscht hast, denkst du vielleicht: „Jetzt ist alles gut.“ Aber das ist nur der Anfang. Ein einzelner Heizkörper ist ein Baustein. Die nächste Stufe: alle Heizkörper gleichzeitig austauschen, um das System auf eine Wärmepumpe abzustimmen. Oder: Thermostate smart machen, damit sie sich automatisch an deine Lebensgewohnheiten anpassen. Oder: Isolierung nachrüsten, damit die neuen Heizkörper nicht ständig Vollgas laufen müssen.

Ein Austausch ist kein Problem - er ist ein Schritt in Richtung Energieautarkie. Und das macht nicht nur die Rechnung leichter - es macht das Zuhause angenehmer.

Kann ich jeden Heizkörper durch einen neuen ersetzen, egal welcher Typ?

Nein. Der neue Heizkörper muss den gleichen Nabenabstand haben wie der alte. Sonst passen die Rohrverbindungen nicht. Außerdem muss die Wärmeleistung zum Raum passen. Ein zu kleiner Heizkörper reicht nicht, ein zu großer verschwendet Energie. Die Abmessungen und die Leistung müssen exakt stimmen - sonst läuft die Heizung ineffizient.

Was kostet ein Heizkörper-Austausch selbst gemacht?

Ein neuer Heizkörper kostet zwischen 100 und 600 Euro, je nach Typ und Qualität. Die Werkzeuge (Schlüssel, Dichtband, Bohrer) hast du vielleicht schon. Wenn du alles selbst machst, liegen die Kosten bei etwa 150-300 Euro pro Heizkörper - inklusive Abfallentsorgung. Ein Fachmann kostet pro Heizkörper 150-300 Euro zusätzlich. Aber er macht es schneller, sicherer und prüft das gesamte System.

Warum muss ich den Heizkörper entlüften?

Luft sammelt sich in den oberen Teilen des Heizkörpers und blockiert die Wärme. Das führt dazu, dass der Heizkörper oben kalt bleibt, unten warm. Das ist ineffizient und führt zu ungleichmäßiger Raumtemperatur. Entlüften lässt die Luft entweichen - dann fließt Wasser durch den gesamten Heizkörper und gibt die volle Wärme ab.

Kann ich einen Heizkörper auch ohne Wandmontage installieren?

Nein. Heizkörper müssen an der Wand befestigt sein, um den Druck des Wassers zu tragen. Freistehende Modelle gibt es nicht - sie wären instabil und gefährlich. Die Wandhalterungen sind speziell berechnet, um das Gewicht und den Wasserdruck zu tragen. Eine freie Aufstellung ist nicht zulässig.

Was passiert, wenn ich den falschen Nabenabstand wähle?

Wenn der Nabenabstand nicht passt, kannst du den Heizkörper nicht an die bestehenden Rohre anschließen. Du müsstest dann die Rohre verlegen - was viel Aufwand und Kosten bedeutet. Manchmal hilft ein Verlängerungsstück, aber das verändert die Wärmeabgabe und kann zu ungleichmäßiger Heizung führen. Deshalb: Immer den exakten Nabenabstand messen und beim Kauf angeben.

Heizkörper austauschen: Die richtigen Typen und Schritt-für-Schritt-Installation im Bestand
Jana Müller

Autor

Ich bin eine talentierte Tischlerin und liebe es, über Themen rund um Heimwerkerprojekte zu schreiben. Meine Arbeit umfasst die Gestaltung und Herstellung einzigartiger Möbelstücke, die sowohl funktional als auch ästhetisch ansprechend sind. Ich freue mich darauf, Menschen zu inspirieren und ihnen zu helfen, ihre Wohnräume zu verschönern.